Lars Rodefeld
– "Jugend forscht" Jury-Mitglied 2010
Von „Jugend forscht“ zum Abteilungsleiter
Am Anfang stand der Chemiebaukasten
"Ich wusste schon sehr früh, dass ich Chemiker werden würde", erzählt Dr. Lars Rodefeld, Leiter der
Abteilung Chemistry Fungicides bei Bayer CropScience in Monheim: "Mit ´Jugend forscht´ öffnete sich
für mich 1985 zum ersten Mal eine Tür – die Tür, wissenschaftliche Neugier befriedigen zu können
und auch Anerkennung zu ernten."
Heute, 25 Jahre später, leitet Rodefeld nicht nur eine große Forschungseinheit bei Bayer, er ist
nun selbst als Experte Mitglied der Jury des NRW-Landeswettbewerbs "Jugend forscht" und entscheidet
mit, für welche jungen Talente sich nun Türen öffnen können. "Wenn ich sehe, mit wie viel
Engagement, Kreativität und Spaß an Wissenschaft und Technik die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei
´Jugend forscht´ Jahr für Jahr ihre Projekte präsentieren, denke ich gern an meine
Forschungsanfänge zurück", sagt Rodefeld: "Dann erinnere ich mich, wie ich damals vor der Jury
stand - etwas unsicher, aber voller Ideen und Tatendrang."
Der gebürtige Schleswiger qualifizierte sich im Jahr 1985 im Alter von 16 Jahren für den
Landeswettbewerb in Schleswig-Holstein und belegte mit seinem "Magnetohydrodynamischen Generator" –
einem Gerät, das durch physikalische und chemische Vorgänge Strom oder Bewegung erzeugt – den
dritten Platz im Fachbereich Chemie. Ein Jahr später optimierte Rodefeld den Generator, trat im
Bereich Physik an und kam landesweit auf den zweiten Platz.
"Begonnen habe ich meine Forschung mit einem Chemiebaukasten. Später hatte ich einen eigenen
Schulschlüssel, um nachmittags in den Chemielaboren des Gymnasiums meiner Heimatstadt meinem
Interesse nachzugehen und mich auf die Wettbewerbe vorzubereiten", erzählt Rodefeld: "Heute wäre
dies vermutlich undenkbar. Damals erkannten sowohl mein Chemielehrer als auch der Schulleiter mein
starkes Interesse an Naturwissenschaften. Im Unterricht langweilte ich mich eher – die Nachmittage
im Schullabor waren dagegen spannend und herausfordernd." Sein Chemielehrer war es auch, der ihn
auf den Forschungswettbewerb aufmerksam machte.
Den ersten Preis nach Hause holen
Nach zwei Jahren ´Jugend forscht´ verließen den Nachwuchsforscher weder der Spaß an der Sache noch
der Ehrgeiz, auch einmal den ersten Preis nach Hause zu holen. Im Gegenteil – der Wettbewerb
spornte den Oberstufenschüler erneut an und so nahm er gemeinsam mit einem Freund 1987 zum dritten
Mal an "Jugend forscht" teil. Mit Erfolg – die beiden gewannen mit einer Arbeit zur "Untersuchung
der Polymerisation von Styrol" den ersten Platz auf Landesebene und qualifizierten sich weiter.
"Wir waren damals unheimlich engagiert und sahen "Jugend forscht" als Möglichkeit, unsere
wissenschaftliche Neugier zu befriedigen", so Rodefeld.
"Nach dem Chemiebaukasten mit zehn kam "Jugend forscht" mit 16, dann das Studium der Chemie,
meine Promotion und der Einstieg bei Bayer", fasst Rodefeld seine Karriere zusammen: "Das war
sicherlich ein herausfordernder Weg, für den ich viel Zeit investiert habe und auch lernen musste,
Niederlagen hinzunehmen", erinnert sich Rodefeld.
"Die Förderung junger Menschen sichert unsere Zukunft"
"Viele ´Jugend forscht´-Teilnehmer haben den Traum und sicher auch das Talent, später einmal mit
ihren Ideen und ihrem Forschungsdrang, die Welt zu verändern – eine tolle Karriere zu machen. Wir
brauchen in der Welt immer wieder kluge Köpfe, die uns weiterbringen, neue Wege gehen, getreu dem
Motto des diesjährigen Wettbewerbs: ‚Entdecke neue Welten’! Daran hat das Erfinderunternehmen Bayer
auch ein großes Interesse", betont der Abteilungsleiter. "Die Förderung von jungen Menschen in den
Fächern Naturwissenschaft, Mathematik und Technik sichert unsere Zukunft."
Rodefeld arbeitet seit 2007 bei Bayer CropScience und seit 2009 in der Fungizid-Forschung.
"Vereinfacht gesagt, suchen wir hier nach neuen Wirkstoffen im Kampf gegen Pflanzenkrankheiten",
erklärt der promovierte Chemiker. In seiner Abteilung arbeiten rund 40 Mitarbeiter an
Forschungsprojekten mit. Das Labor ist allerdings nur noch selten Arbeitsplatz des 41-jährigen. Die
zusätzliche Budget- und Personalverantwortung lässt für eigene Experimente kaum Zeit. Zudem ist
Rodefeld Gastdozent für den Fachbereich Chemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Informationen zum Bundeswettbewerb "Jugend forscht" gibt es
hier.